meetome | Interview Theresa Reichenbach - meetome
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43 % der Studienabbrecher:innen wollen direkt mit einer Berufsausbildung starten

 

Theresa Reichenbach, Lead Campain Managerin bei meetome, sagt wo und wie man Studierende, die ihr Studium abbrechen, mit den eigenen Ausbildungsangeboten erreichen kann

Warum sind Studienabbrecher:innen eine interessante Zielgruppe im Auszubildendenmarketing?

Wer sich die Frage nach einem Studienabbruch stellt, der stellt sich gleichzeitig auch die Frage: Wie soll es danach weitergehen? Was mache ich danach? Diesen Menschen steht eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten zur Verfügung: ein weiteres Studium, ein duales Studium, eine Ausbildung, Orientierungsprogramme und zahlreiche Möglichkeiten für Praktika.

Und eine Berufsausbildung ist für viele eine ernste Option?

Ja, auf jeden Fall. Und zwar für den Großteil. 43 % der Studienabbrecher:innen beginnt eine Berufsausbildung relativ zeitnah nach dem Abbruch. Mehr als jede:r fünfte Studierende bricht das Bachelorstudium ab. An Universitäten liegt die Abbruchquote sogar bei 32 %. Wir reden hier also von einer beachtlichen Zahl an jungen Menschen, die es sich lohnt mit Ausbildungsangeboten zu adressieren.

„Wer sich die Frage nach einem Studienabbruch stellt, der stellt sich gleichzeitig auch die Frage: Wie soll es danach weitergehen? Was mache ich danach? Hier steht den Studienabbrecher:innen eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten zur Verfügung.“

Was sind Gründe für den Abbruch?

Da lohnt es sich genau hinzuschauen. Wer das Studium beendet, weil ihm bzw. ihr schlichtweg die Praxisanteile fehlen, der beginnt danach besonders häufig eine Berufsausbildung. Ist mangelnde Studienmotivation der Hauptgrund, dann stellen sich die ehemaligen Studierenden oft einer beruflichen Neuorientierung und absolvieren überdurchschnittlich häufig Praktika.

Wo holen sich Studierende, die ihr Studium abbrechen wollen, Rat?

Über 60 % der Studienabbrecher:innen wendet sich bei der Entscheidungsfindung an Anlauf- und Beratungsstellen an ihren Hochschulen. Sie sind neben Gesprächen mit Freunden und Bekannten die wichtigste Informationsquelle rund um den Abbruch und die Orientierung danach. Sie liefern für uns den perfekten Ansatz, um Ausbildung- und Orientierungsangebote an die Abbrechen:innen heranzutragen.

Wie erreicht ihr dann die Studienabbrecher:innen mit Ausbildungsangeboten?

meetome erreicht mit digitalen Direct Mailings 421 Anlaufstellen für Studienabbrecher:innen in ganz Deutschland. Darunter Studierendenwerke, Jobbörsen, Stellen für Berufsberatung, Jugendberufsagenturen, Beratungsnetzwerke sowie Beratungsstellen von Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen. Kurz gesagt: All die Stellen in Deutschland, an die sich Studierende wenden, wenn sie Zweifel am Studium haben, über einen Abbruch nachdenken und nach einer Perspektive nach dem Abbruch suchen.

Welche Studiengänge haben die höchste Abbruchquote?

Die höchsten Abbruchquoten gibt es beim Bachelorstudium an der Uni in den Geisteswissenschaften sowie Mathematik und Naturwissenschaften mit über 40 %. Aber auch bei den Ingenieurwissenschaften sind wir bei 35 %. An Fachhochschulen sind die Abbruchquoten in MINT-Studiengängen mit 40 % am höchsten.

Praxisferne hattest du schon als Grund für den Abbruch genannt. Welche Gründe begegnen euch noch?

Neben dem Wunsch nach mehr Praxis sind zu hohe Anforderungen im Studium oder fehlende fachliche Voraussetzungen oft genannte Gründe. Aber auch mangelnde Motivation oder finanzielle Probleme.

Empfinden Studierende, die ihr Studium ohne Abschluss beenden, diesen Abbruch als Niederlage?

Uns ist wichtig, gerade die Menschen abzuholen, die sonst bei klassischen Karriereangeboten übergangen und außen vorgelassen werden. Bei denen der lineare Karriereweg eben nicht funktioniert hat. Ein Studium abzubrechen ist keine Schande.

Theresa Reichenbach ist Lead Campain Managerin bei meetome. Sie konzeptioniert, erstellt und realisiert individuelle Kampagnen für erfolgreiches Schüler:innen- und Auszubildendenmarketing und unterstützt Schüler:innen und junge Erwachsenen in ihrer Orientierungsphase.

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